Wie ein Buch entsteht – Teil 2: Lektorat

Nachdem man sich für ein Manuskript entschieden hat, fängt die eigentliche Arbeit erst an. Das Manuskript durchläuft jetzt viele Stationen. Am Anfang steht nun das Lektorat. Viele denken, dass die Aufgabe eines Lektors nur darin besteht, das Manuskript auf Rechtschreibfehler durchzulesen und zu korrigieren. Aber dieser Job umfasst deutlich mehr.

Natürlich gehört zur Tätigkeit des Lektors (aus dem lateinischen: „lector“ für Leser, Vorleser) die Korrektur des Manuskripts. Denn es soll im gedruckten Buch in der Regel kein Fehler in Form von Kommastellung, Buchstabendreher oder dem Fehlen von Buchstaben oder sogar ganzen Wörtern vorkommen. Der Lektor liest das Manuskript aber auch nach anderen Kriterien. Dazu gehören der Sprachstil, inhaltliche Schwerpunkte, der Umbruch, Kürzungen, die Zielgruppe … Ebenfalls nimmt er Recherchen vor: Ob bestimmte Namen richtig geschrieben sind, ob das Geburtsdatum zu einer Person richtig ist, geschichtliche Fakten richtig sind, usw. Diese Kriterien müssen im Vorfeld schon festgelegt werden. Danach müssen sich Autor und Lektor richten. Und die Schwerpunkte sind je nach Genre eines Buches verschieden: Handelt es sich um einen Roman, einen Thriller, eine Biografie, einen Fantasy-Roman, ein Sachbuch …?

Nicht weniger wichtig ist z.B. bei einem Roman auch die Überprüfung der „Schlüssigkeit“ der Erzählung. Ist das Geschehen für einen Leser nachvollziehbar? Passen die Abläufe, die Logik?
Aber auch Triviales muss geprüft werden: Stimmen Maße oder Zeiten? Sind die Charakterbeschreibungen und Orte konsistent? Sind ersichtliche Fehler im Manuskript?

Das heißt, der Lektor korrigiert das Manuskript nicht nur, sondern beurteilt es auch: Ist es so, wie es vorliegt, druckreif? Müssen einzelne Passagen verständlicher ausgedrückt werden oder spannender sein (z.B. bei einem Thriller)? Müssen Ergänzungen oder Kürzungen vorgenommen werden? Diese einzelnen Punkte bespricht der Lektor anschließend mit dem Autor persönlich. Hier nimmt der Lektor eine Art Vermittlerposition ein, denn es soll ja schließlich das beste Ergebnis, womit Autor und Verlag zufrieden sind, erzielt werden.

Es gibt allerdings noch weitere Aufgaben, die ein Lektor übernimmt, denn er kennt das Buch schließlich am besten:

  • das Verfassen von Rückentexten, Klappentexten oder Werbetexten zu dem Buch
  • das Verfassen von Bildunterschriften oder Kapitelüberschriften
  • Bildrecherche zu bestimmten Passagen
  • Layoutbeurteilung
  • Kontrolle der Pagina
  • Erstellen eines Inhaltsverzeichnisses oder Registers

Wie man sieht, nimmt der Lektor für die Entstehung eines Buchs eine wichtige Stellung ein und kann als Bindeglied zwischen Autor und Verlag gesehen werden. Bei uns durchläuft ein Buch nicht weniger als zwei Lektoratsstufen, in der Regel sogar mehr.

 

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