Wie ein Buch entsteht – Teil 1: Vorauswahl und Rechtliches

Im Gegensatz zu den Vorurteilen, die man in manchen Self-Publisher-Foren immer wieder lesen kann, ist die Arbeit eines Verlages wie unserem wesentlich komplexer und umfangreicher als sich das viele wohl vorstellen. Zumindest bei seriösen Verlagen ist der Ablauf vom Text des Autoren bis zum Buch im Laden oder eBook-Store um einiges umfangreicher:

Vorauswahl, fachliche und rechtliche Abklärung

Zu Beginn jedes Buchprojektes steht natürlich erst einmal die Vorauswahl. Jedes eingereichte Manuskript muss zuallererst gelesen und beurteilt werden. Bei Romanen und Belletristik heißt es hier, abzuschätzen, ob die Geschichte den Anforderungen genügt, Potenzial hat und verwendbar ist.

Im Falle von Fachbüchern und/oder Ratgebern steht hier zuallererst die Frage, ob das behandelte Themengebiet überhaupt Interessenten anspricht. Ist das der Fall, müssen wir als Nächstes die Marktsituation analysieren: Gibt es schon gute Werke in diesem Bereich, wie ist die Situation mit Mitbewerbern? Dann folgt eine fachliche Beurteilung, zu der wir gegebenenfalls externe Expertenhilfe in Anspruch nehmen. Denn auch wir können nicht immer beurteilen: Stimmt das überhaupt, was hier im Text behauptet wird?

Dann muss natürlich auch immer noch die Rechtesituation definitiv geklärt werden: Gibt es eventuell Fremdrechte zu beachten, wie ist die Rechtesituation bei verwendeten Bildern und Fotos? Kann der Autor glaubhaft belegen, dass alle nötigen Rechte bei ihm liegen?
Besonders schwierig wird es auch ab hier, wenn das Buch schon einmal verlegt worden oder im Self-Publishing veröffentlicht worden ist. Hier geben sich manchmal Autoren in Unwissenheit in Abhängigkeitsverhältnisse, deren Konsequenzen ihnen in ihrer vollen Tragweite vorher gar nicht bewusst waren.

Sind diese Fragen soweit positiv beantwortet, folgt jetzt erst einmal die Recherche bezüglich Titelschutz, eventuelle Marken- und Warenzeichensituation und rechtliche Klärung der Situation. Spätestens hier kommt es schon einmal in vielen Fällen zu den ersten Änderungen, weil wir feststellen müssen, dass z.B. der Buchtitel in gleicher oder ähnlicher Form bereits belegt oder anderweitig belastet ist.

 

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